Wo steht Frankfurt zwei Jahre nach dem Brexit-Votum? | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2018

22 Jun 2018

Wo steht Frankfurt zwei Jahre nach dem Brexit-Votum? | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2018

Pressestimme

Nur wenige Londoner zieht es nach Frankfurt. Neu entstehende Stellen im Investmentbanking müssen anders besetzt werden. Fraglich ist, ob die Banken darauf vorbereitet sind.

(...) Klagen über knappe Arbeitskräfte, wie sie jüngst gegenüber der F.A.Z. die Fondsgesellschaft Universal äußerte, sind dagegen noch eher selten zu hören, auch wenn gerade viele Banken gleichzeitig nach Fachleuten vor allem für Risikomanagement und Regeleinhaltung (Compliance) suchen und dabei auch von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Mitarbeiter abwerben. Dass der Arbeitsmarkt noch nicht knapp ist, bestätigen auch Personalberater („Headhunter“). Das mag aber auch daran liegen, dass die Banken sich noch nicht weitgehend genug auf den Brexit vorbereitet haben. Gerade die Deutsche Bank und die UBS gelten eigentlich als Kandidaten, die künftig deutlich mehr Investmentbanker in Frankfurt beschäftigen könnten. Das dürften aber nicht unbedingt heutige Londoner Mitarbeiter sein, denn diese zieht es eher selten weg aus der City, wo sich trotz Brexit recht leicht neue Arbeitgeber finden lassen.

Von in Frankfurt aufstockenden ausländischen Investmentbanken ist vielmehr zu hören, die neuen Stellen würden oft mit Einheimischen oder mit jungen Kräften aus Asien oder Osteuropa besetzt, die es derzeit stark nach Frankfurt ziehe. Bei den Einheimischen reicht aber grundsätzliche Wechselbereitschaft nicht aus. „Ausländische Großbanken unterschätzen oftmals das rigide deutsche Kündigungsrecht“, sagt Dagmar-Elena Markworth, Partnerin beim Personalberater Odgers Berndtson in Frankfurt. Vielen sei nicht klar, dass sechsmonatige Kündigungsfristen hierzulande nicht selten seien. Im Gespräch mit der F.A.Z. kann sich Markworth daher gut vorstellen, dass sich auf dem Frankfurter Bankerarbeitsmarkt „ein erhöhter Druck ergeben könnte, wenn die Arbeitgeber feststellen, dass sich ihre schon beschlossenen Verlagerungen von Geschäftsfeldern und Beschäftigten nicht so einfach umsetzen lassen“. (...)

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