Bieten Sie einen Dienstwagen noch als Benefit an?

28 Nov 2019

Bieten Sie einen Dienstwagen noch als Benefit an?

Wie belohnt man heute im Job noch richtig? Ob der Dienstwagen noch zeitgemäß ist, erklärt Marcus K. Reif.

In Zeiten flacher Hierarchien, mit veränderten Mobilitätsbedürfnissen und einer Technologie, die es erlaubt von allen Orten dieser Welt zu arbeiten, wirken manche Benefits nicht mehr zeitgemäß. Sie entsprechen nicht mehr den Bedürfnissen aller Kolleginnen und Kollegen.

 

Wie aber belohnt man richtig, wenn der Dienstwagen, das eigene Büro oder die Beförderung nicht mehr erstrebenswert sind?

Flexibilität, Mitbestimmung und Vertrauen

Grundsätzlich dürfen Belohnungssysteme nicht singulär betrachtet werden. Sie sind auch immer in eine Kultur und auch in einen Führungsstil eingebettet. Deswegen darf hier auch nicht pauschalisiert werden. Entscheiden Sie besser individuell, was sich in der jeweiligen Situation als Belohnung anbietet.

Besonders bei den jüngeren Generationen, also Millennials und Generation Z, lässt sich beobachten, dass sie andere Vorstellungen von der Berufswelt haben. Das bezieht sich natürlich auch auf Benefits. Sie tendieren dazu, den klassischen Dienstwagen durch Flexibilität, Mitbestimmung und Vertrauen zu ersetzen.

Das heißt, das, was man früher hart greifen konnte, nämlich eine Firmenwagenregelung, die auch spezifisch bunt lackiert auf dem Parkplatz stand, das wird heute durch sehr weiche Elemente in einer Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehung definiert.

Das Mobilitätsbedürfnis bleibt erstmal

Vielleicht ist es nicht mehr der Dienstwagen, aber noch immer existieren Mobilitätsbedürfnisse. Menschen, die in der Großstadt leben, ist ein Jobticket viel wichtiger. Statt rund um die Uhr einen Firmenwagen bereitzustellen, sind punktuelle Angebote attraktiv.

Möglichkeiten solcher Leistungen sind Mobilitätsservices, Uber-ähnliche-Angebote oder ein größerer Wagen bei Bedarf, wenn man mit der Familie für eine bestimmte Zeit in den Urlaub fahren möchte. „Diese Optionen lassen sich in einem Mobilitätspaket vereinen und ergeben schließlich einen Benefit, der auf die Wünsche und Bedürfnisse der entsprechenden Generation reagiert“, schließt Marcus K. Reif ab.  

Rekrutieren, führen, halten in einer neuen Welt

Dieses Video ist Teil einer Serie mit dem Titel: Rekrutieren, führen, halten in einer neuen Welt. Folgen Sie Odgers Berndtson und Marcus K. Reif, um keines unserer Videos zu verpassen. Kommenden Donnerstag sprechen wir über die Umsetzung einer Fehlerkultur im Unternehmen.

Marcus K. Reif

Marcus K. Reif ist seit 1997 HR-Experte, People Manager und Recruiter. Er beschäftigt sich beruflich mit moderner Personalarbeit, wozu neben der klassischen Personalrekrutierung auch Employer-Branding, Hochschulmarketing, Social-Media, Personalmarketing, Sourcing oder Talent Management gehören.

Er arbeitete u.a. bei Goldman Sachs, Kienbaum, Ernst & Young, Accenture, Frankfurter Allgemeine Zeitung, TMP Worldwide und Jobpilot. In den Videos teilt er seine Erfahrungen aus seinen beruflichen Stationen.