Warum die Umsetzung der digitalen Transformation die beste Investition für 2020 ist

16 Jul 2020

Warum die Umsetzung der digitalen Transformation die beste Investition für 2020 ist

Die Einführung neuer Technologien erfolgt nur langsam. Dadurch entgehen deutschen Unternehmen sowohl Talente als auch organisatorische Möglichkeiten.

Laut unserem Manager-Barometer 2019/2020 stehen rund drei Viertel der Führungskräfte den Veränderungen, die von der Einführung von neuen Technologien wie der Künstlichen Intelligenz erwartet werden, positiv und aufgeschlossen gegenüber.

Dieser Optimismus ist zwar ermutigend, wird jedoch nicht durch viel Erfahrung in der Umsetzung solcher Anwendungen bestätigt. Im Großen und Ganzen haben deutsche Unternehmen bisher die digitale Transformation einschließlich der KI nur zögerlich in Angriff genommen.

Annahme neuer Technologien noch immer langsam

Die jüngste Ausgabe des Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, bewertete die deutsche Wirtschaft mit 54 von 100 Punkten für die Digitalisierung.

Diese Bewertung wird aufgrund von drei Faktoren bemessen:

  1. die Auswirkungen der Digitalisierung auf den kommerziellen Erfolg
  2. die Tiefe der Umsetzung der Digitalisierung in unternehmensinterne Prozesse und Arbeitsabläufe
  3. die Intensität der Nutzung digitaler Technologien und Dienste

Dem Bericht zufolge halten 46 % der deutschen Unternehmen die Digitalisierung entweder für wichtig oder sehr wichtig. Allerdings gaben nur 26 % der Unternehmen an, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter digitale Dienste, wie Big Data-Anwendungen, Cloud Computing und Messenger-Dienste, beruflich nutzen.

Obwohl das Interesse der Unternehmen an der Digitalisierung wächst, nutzt nur ein Viertel tatsächlich digitale Services zur Unterstützung ihrer Geschäftstätigkeit.

Millennials wollen mehr Digitalisierung

Eine globale Studie, die 2020 von der Association of Executive Search and Leadership Consultants (AESC) durchgeführt wurde, stellte fest, dass die Hälfte der Führungskräfte aus verschiedenen Branchen (sowohl weltweit als auch in Europa) angaben, dass ihre Organisation im Vergleich zu ihren Konkurrenten bei der Implementierung neuer Technologien gut abschneidet.

Interessanterweise stimmten dieser Aussage jedoch nur 41 % der Millennial-Führungskräfte zu (im Vergleich zu über 50 % der Babyboomer- und Gen X-Führungskräfte).

Eine ähnliche Kluft zwischen den Generationen wurde bei der Frage festgestellt, wie sie die Fähigkeit der Führungskräfte ihrer Organisation bezüglich der Umsetzung der digitalen Transformation einschätzen.

Weniger als die Hälfte der Millennial-Führungskräfte (47 %) waren der Meinung, dass ihre Organisation über die richtigen Führungskräfte in den richtigen Rollen und die richtigen Strategien verfügt, um die digitale Transformation erfolgreich durchzuführen.

Babyboomer-Führungskräfte (63 %) waren dahingehend positiver eingestellt.

Nicht alle Branchen nehmen die Digitalisierung mit der gleichen Geschwindigkeit in Angriff

Weltweit stellte die AESC fest, dass Führungskräfte im Technologiesektor (71 % positiv) und im Bereich der Professional Services (65 %) am zuversichtlichsten bezüglich der Frage sind, wie wettbewerbsfähig ihre Organisation neue Technologien implementiert.

Im Gegensatz dazu gaben 63 % der Führungskräfte in den Bereichen Regierung, Bildungswesen und im gemeinnützigen Sektor an, dass ihre Organisation hinterherhinkt.

Auch der Bericht zur Digitalisierung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie kommt zu dem Ergebnis, dass die Informations- und Kommunikationsbranche bei der Digitalisierung in Deutschland führend ist.

Mit 74 Punkten lag das Ergebnis der Branche 20 Punkte über dem Durchschnitt aller Unternehmen des kommerziellen Sektors. Der Gesundheitssektor bildete mit 37 Punkten das Schlusslicht der Liste.

Was steht einer stärkeren Digitalisierung in Deutschland im Wege?

Der Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL kam zu dem Ergebnis, dass ein Mangel an Breitbandabdeckung das am häufigsten genannte Hindernis für die Digitalisierung ist (43 %). Der übermäßige Zeit- oder Organisationsaufwand, der für die digitale Transformation erforderlich ist, lag mit 40 % knapp dahinter.

Die Unternehmen stellten auch fest, dass der Mangel an IT-Spezialisten und das mangelnde Know-how der Mitarbeiter Faktoren seien, die einer stärkeren Digitalisierung im Wege stehen.

Für die Überwindung dieser Faktoren werden sich die Zeit, der Aufwand und die Kosten der Unternehmen lohnen.

Die Einführung neuer Technologien ist nur der erste Schritt

Die Bereitschaft, neue Technologien wie Blockchain, Cloud Computing und intelligente vernetzte Systeme einzuführen, ist sowohl entscheidend als auch der erste Schritt.

Es wäre zu einfach zu glauben, dass die Digitalisierung erreicht ist, sobald ein Unternehmen neue Technologien in sein bestehendes Geschäftsmodell integriert.

„Um das Potenzial der Technologie voll auszuschöpfen, bedarf es der richtigen Talente, der richtigen Unternehmenskultur und der richtigen Führung“, erklärt Silvia Eggenweiler, Partnerin bei Odgers Berndtson.

Um eine echte digitale Transformation zu erreichen, ist ein Kulturwandel innerhalb eines Unternehmens erforderlich, um Hierarchien abzubauen, Netzwerke aufzubauen und autonome Teams zu befähigen.

Nehmen Sie zum Beispiel das Cloud Computing. Der Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL fand heraus, dass cloudbasierte Dienste von 43 % der deutschen Unternehmen genutzt werden, aber nur 9 % der Unternehmen setzen Technik ein, um die großen in der Cloud gespeicherten Datensätze zu analysieren.

Die Nutzung dieser Daten und die Gestaltung von Geschäftsmodellen auf deren Grundlage sind der nächste Schritt im digitalen Transformationsprozess.

Unternehmen müssen akzeptieren, dass die digitale Transformation nicht etwas ist, das mit nur einem Schritt zu erreichen ist. Es ist ein kontinuierlicher Prozess.

Die Einführung neuer digitaler Technologien sind definitiv der erste Schritt in die richtige Richtung. Aber das eigentliche Ziel sollte es ein, die Kultur einer Organisation so zu verändern, dass sie ständig prüft, wie sie diese Technologien nutzen kann, um dadurch besser zu arbeiten.

„Solange sich die Bedürfnisse der Kunden und Auftraggeber ändern und sich die Technologie weiterentwickelt, werden sich die Organisationen anpassen müssen. Skalierbare, dynamische Systeme zu haben und die richtigen Talente, um sie zu nutzen und das Beste daraus zu machen, sind in dieser Hinsicht der Schlüssel zum Erfolg“, schlussfolgert Kristin van der Sande, Partnerin bei Odgers Berndtson.

Wenn Sie Ihr Digitalisierungstalent und Ihren Führungsbedarf erörtern möchten, setzen Sie sich sehr gerne mit uns in Verbindung.