Weniger als die Hälfte der Manager wollen weiter aufsteigen / Selbstverwirklichung und Freude bei der Arbeit wichtiger / Familiäre Vorbilder haben großen Einfluss

Der hierarchische Aufstieg ist für viele Manager im Raum D-A-CH nicht mehr das zentrale Karriereziel. Die Mehrheit räumt der Freude an ihrer beruflichen Tätigkeit sowie einer ausgewogenen Work-Life-Integration den Vorrang ein, wie das Manager-Barometer der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson ergeben hat. Dabei haben Vorbilder in der Familie einen signifikanten Einfluss auf das Karriereziel: Der Aufstiegswunsch ist bei Führungskräften, deren Eltern bereits Vorstand oder Geschäftsführer waren, deutlich höher ausgeprägt, als bei Managern ohne familiäre Vorbilder. Spitzenreiter unter den Karrierezielen ist nach wie vor eine Top-Führungspositionen im Mittelstand.

Mit 46,8 Prozent will nur noch knapp die Hälfte der insgesamt 2.100 Führungskräfte im Raum D-A-CH, die an der Befragung zum Manager-Barometer teilgenommen haben, stetig weiter aufsteigen und das Maximum in ihrer Karriere erreichen. Im Vorjahr waren es noch 49,4 Prozent der Teilnehmer. Mehr als die Hälfte der Manager sind dagegen mit der von ihnen bisher erreichten Hierarchiestufe zufrieden (41,8 Prozent) oder würden sogar eher einen Schritt zurückgehen (11,4 Prozent). Gründe hierfür sind vor allem die Arbeitsfreude sowie eine ausgewogene Work-Life-Integration, welche die Manager in ihrer aktuellen Position gewährleistet sehen.

"Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass nicht nur die jüngeren, sondern auch die etablierten Manager-Generationen ihre Wertvorstellungen und Karriereziele hinterfragen," sagt Peter Herrendorf, Managing Partner bei Odgers Berndtson und Leiter des Manager-Barometers. "Hier hat die Generation Y einen grundlegenden Wertewandel initiiert." Die Manager der Babyboomer-Generation, die heute Anfang 50 und älter sind, haben das Maximum ihrer Karriere oft schon erreicht und daher die Frage nach dem Karriereziel naturgemäß anders beantwortet als jüngere Manager. Aber auch fast 40 Prozent der Teilnehmer aus der Generation X, die heute zwischen Mitte 30 und Anfang 50 sind, geben an, mit der bisher erreichten Hierarchiestufe zufrieden zu sein.

Vorbilder in der Familie beeinflussen Karriereziel

Die Tatsache, dass bereits ein Elternteil Geschäftsführer oder Vorstand eines Unternehmens war, hat sichtbaren Einfluss auf den Werdegang der Manager. Mehr als die Hälfte aller Führungskräfte mit maximalem Karriereziel hat ein entsprechendes Vorbild in der Familie. Im gesamten Befragungspanel sind dies nur 20 Prozent. "Die Existenz eines so genannten 'Vorstands-Gens' ist zwar umstritten, familiäre Vorbilder geben aber durchaus eine gewisse Orientierung und Vorlage - verwandeln muss sie allerdings jeder selbst", kommentiert Herrendorf und ergänzt: "Das eigene Talent spielt dabei eine Rolle, Engagement und Ehrgeiz jedoch mindestens ebenso sehr."

Führungspositionen im Mittelstand bevorzugt

64,9 Prozent der Führungskräfte, die das Maximum in ihrer Karriere erreichen wollen, streben eine Position als Vorstand oder Geschäftsführer in einem mittelständischen Unternehmen an. Im Vorjahr war dieser Wert mit 67,4 Prozent bereits ähnlich hoch. Deutlich weniger Manager wollen dagegen eine Top-Führungsposition in einem Konzern oder börsennotierten Großunternehmen übernehmen (37,8 Prozent). "Mittelständler unterliegen oft nicht den Gesetzen von börsennotierten Unternehmen und müssen daher nicht hektisch von Quartal zu Quartal planen", sagt Peter Herrendorf. "Das macht mittelständische Unternehmen für Führungskräfte, die ihre Strategie überlegt und nachhaltig umsetzen wollen, so interessant."

 

Zur Methodik des Manager-Barometers:
Odgers Berndtson befragt jährlich ihr Executive Panel, das mehr als 20.000 Führungskräfte von Unternehmen aller Branchen und Größenklassen in Deutschland, Österreich und der Schweiz beinhaltet. Ziel der jährlichen Befragung, die Odgers Berndtson bereits zum 6. Mal durchgeführt hat, ist es, zu ermitteln, was Führungskräfte bewegt, was sie für ihren weiteren Berufsweg motiviert, wozu sie bereit sind und wozu nicht. Die Befragung, die zu den umfassendsten Führungskräfteerhebungen im deutschsprachigen Raum gehört, liefert so wichtige Erkenntnisse zur Einstellung und Motivationslage im deutschsprachigen Management. Am Manager-Barometer 2016/2017 haben 2.124 Manager teilgenommen. Die Befragung wurde online und anonym durchgeführt.

Die vollständigen Ergebnisse des Manager-Barometers 2016/2017 finden Sie Hier zum Download. Sie können die PDF-Version der Studie auch jederzeit gern anfordern unter presse@odgersberndtson.de.

Insights

Insight

Den Talentplan zur Chefsache machen

Tony Gaffney argumentiert, dass die Erkennung der Wichtigkeit eines Talentplans, der die effektiv...

Insight

Inside Digital Leaders Part 4

Kristin van der Sande, Partner bei Odgers Berndtson, auf einen Espresso mit Dr. Anike von Gagern...

Insight

Odgers Berndtson ist Förderer des Corporate Culture Awards

Kärcher, Covestro, Heraeus, Otto Group und PSD Bank Nürnberg – das sind jene Unternehmen, die End...