KI Studie: jetzt auf Deutsch verfügbar

18 Okt 2021

KI Studie: jetzt auf Deutsch verfügbar

Vorstände und Aufsichtsräte müssen sich selbst mit künstlicher Intelligenz befassen. Unsere Studie zeigt, was Vorstände über KI wissen müssen und welche neue Rolle der Chief AI and Data Officer (CAIDO) für die Transformation in Unternehmen spielt.

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde, konnte bisher aber nur in den wenigsten Fällen die hohen Erwartungen an Ergebnisse erfüllen. Sieben von zehn Firmen berichten, dass sie kaum einen oder keinen Einfluss von KI auf ihr Geschäft verzeichnen. Dies liegt vor allem daran, dass KI - anders als bisherige Technologien wie „Mobile“ oder „Big Data“ - kein fertiges Produkt ist, sondern eine Basistechnologie, die sich auf alle Geschäftsprozesse auswirkt und an eigenen Unternehmensdaten trainiert werden muss. Um KI erfolgreich einzusetzen, müssen sich vor allem Vorstände und Aufsichtsräte selbst damit befassen, so das Ergebnis der neuen Studie „Artificial Intelligence for Boards“ von Odgers Berndtson und der Initiative appliedAI von UnternehmerTUM.

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Vorstände und Aufsichtsräte müssen sich selbst mit künstlicher Intelligenz befassen.

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KI beschäftigt mittlerweile die meisten Unternehmen in Deutschland. Die Technologie soll in den kommenden Jahren stark skalieren und weit verbreitet zum Einsatz kommen. Doch viele Unternehmen bleiben bisher bei Pilotanwendungen stecken. „Ursache hierfür sind oft falsche Erwartungen und fehlendes Know-how“, sagt Markus Trost, Partner und Technologieexperte bei Odgers Berndtson. „KI muss im Unternehmen ganzheitlich angegangen werden. Außerdem ist es ein Top-Management-Thema, das man nicht einfach delegieren kann“, so der Berater.

KI erfordert gemeinsames Lernen im Unternehmen

Tatsächlich ist es für die Nutzung von KI noch wichtiger als bei der Integration anderer Technologien, dass die verschiedenen Bereiche in einem Unternehmens zusammenarbeiten. „KI ist eine Basistechnologie, die auf alle Geschäftsprozesse Einfluss nimmt“, erläutert Emanuel Pfister, Principal bei Odgers Berndtson. Einmal in eine KI-Lösung eingespeist, verändern Unternehmensdaten die Lernprozesse der KI. Daten und Software sind dann nicht mehr voneinander trennbar, was die Skalierbarkeit von KI zu einer Herausforderung macht. Darüber hinaus bringt KI völlig neue Risiken mit sich. Befindet sich in den Daten, die der Lösung zugrunde liegen, zum Beispiel ein Bias, zieht sich dieser auch durch die gesamte Lösung hindurch. „Diese Eigenschaften machen KI zu einem kontinuierlichen Lernprozess im Unternehmen, für den es nicht reicht, einfach nur Expertise zuzukaufen, es muss auch das richtige Know-how im Unternehmen vorhanden sein“, fasst Philipp Hartmann, Direcor AI Strategy bei appliedAI die Konsequenzen für die Unternehmensführung zusammen.

Alle Vorstandsressorts sind betroffen

Um den Transformationsprozess von KI im Unternehmen voranzutreiben, bedarf es eines Grundwissens für alle Vorstandsmitglieder – vom Vorstandsvorsitzenden (CEO) und Finanzvorstand (CFO) über den IT- und Technologievorstand (CIO/CTO), den Organisationsvorstand (COO), Personalvorstand (CHRO) bis hin zum Marketing- und Vertriebsvorstand (CMO/CSO). Diese sollten zum Beispiel ein Verständnis von maschinellem Lernen und dem so genannten „Deep Learning“ haben, von Datenmengen und -strukturen sowie der Interpretation von Ergebnissen. „Jedes Vorstandsmitglied sollte in seinem bzw. ihrem Verantwortungsbereich prüfen, wo man steht und welches Ziel man erreichen möchte“, empfiehlt Philipp Gerbert, Director bei applied AI. „Aus diesen Einzelsichten muss dann ein Gesamtbild zusammengefügt werden, um die Auswirkungen auf das Unternehmen als Ganzes transparent zu machen.“

CAIDO als neue Transformationsrolle auf C-Level
Angesichts der Vielzahl an neuen Aufgaben und Herausforderungen kann es für Unternehmen sinnvoll sein, eine neue Rolle auf Vorstandsebene zu definieren, die den Vorstand bei der KI-Transformation unterstützt. Der Chief AI and Data Officer (CAIDO) soll dabei vor allem die „AI First“-Perspektive im Unternehmen vermitteln, Initiativen vorantreiben und als Sparringspartner für die übrigen Vorstandsmitglieder fungieren. „Konkret hat er drei Aufgabenbereiche“, erklärt Andreas Liebl, Managing Director bei appliedAI und UnternehmenTUM: „Erstens muss der CAIDO den Reifegrad bezüglich KI im Unternehmen untersuchen und Prioritäten setzen. Zweitens muss er als Role Model fungieren und den Wandel vorantreiben und drittens die KI-Transformation zusammen mit seinen Vorstandskollegen in ein umfangreiches Programm gießen und sicherstellen, dass die notwendigen Voraussetzungen in Bezug auf Daten, der Infrastruktur für Maschinelles
Lernen, Talent und Organisation erfüllt sind. Um dabei Erfolg zu haben, muss die Position des CAIDO unbedingt mit den erforderlichen Kompetenzen ausgestattet sein und sich auf C-Level befinden.“

Über die Studie „Artificial Intelligence für Boards“:

Die Studie wurde von März bis Oktober 2020 von der Initiative appliedAI und Odgers Berndtson erstellt. Autoren der Studie sind: Philipp Gerbert, Director bei applied AI, Philipp Hartmann, Director AI Strategy bei applied AI, Andreas Liebl, Managing Director bei applied AI und UnternehmenTUM, Markus Trost, Partner bei Odgers Berndtson und Emanuel Pfister, Principal bei Odgers Berndtson.

Die Studie beschreibt, was jedes Vorstandsmitglied über KI wissen muss und wie die einzelne Funktion davon betroffen ist. Sie erklärt, wie sich die KI-Maßnahmen gemeinsam auf das Führungsgremium und den Aufsichtsrat auswirken, beantwortet zudem die Frage, welche konkreten Schritte Führungskräfte auf ihrer KI-Reise unternehmen sollten, und gibt Handlungsempfehlungen, die Vorständen bei der Erstellung ihrer eigenen KI-Roadmap helfen.

An der Studie mitgewirkt haben Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder aus rund 25 renommierten deutschen Unternehmen u.a. Siegfried Russwurm, Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssenkrupp und Voith, Reinhard Ploss, CEO Infineon, Matthias Weber, CFO Sandoz Germany, und Matthias Ulbrich, CIO Porsche.