Führungskräfte befürchten Restrukturierungen und Stellenabbau

17 Nov 2020

Führungskräfte befürchten Restrukturierungen und Stellenabbau

Die deutsche Wirtschaft hat durch das Coronavirus im ersten Halbjahr einen historischen Rückgang der Wirtschaftsleistung erfahren, der trotz Kurzarbeit branchenübergreifend mit starken Gewinneinbrüchen bei den Unternehmen einherging. Der Anteil der Unternehmen mit Kurzarbeit ist im letzten Monat zwar wieder leicht gesunken, dennoch wird die wirtschaftliche Erholung aufgrund der Pandemie noch auf sich warten lassen.

Doch was bedeutet dies für Führungskräfte?

Die Mehrheit der Führungskräfte im Raum D-A-CH bestätigen diese Entwicklung, da sie bei ihren Arbeitgebern deutliche Restrukturierungen und die Überprüfung von Arbeitsplätzen sowie das Erwirtschaften von Verlusten erwarten. So das Ergebnis unserer Corona-Sonderbefragung im Rahmen des Manager-Barometers, an der rund 1.500 Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen haben.

Die negativen wirtschaftlichen Folgen der Krise werden aus Sicht der befragten Manager vor allem zu Restrukturierungen und zum Abbau von Arbeitsplätzen führen. So antworteten 60,6 Prozent der Manager auf die Frage, wie sie die Auswirkungen des Lockdowns auf ihren Arbeitgeber in den nächsten 12 Monaten beurteilen, dass sie in ihren Unternehmen signifikante Anpassungen von Führungsstrukturen, Prozessen und Funktionen erwarten.

Mehr als die Hälfte der Führungskräfte rechnen damit, dass Arbeitsplätze auf den Prüfstand kommen.

Ebenso viele Manager gehen davon aus, dass ihr Arbeitgeber Verluste erwirtschaften wird. „Die Unsicherheit unter Mitarbeitern wie Führungskräften ist angesichts der andauernden Pandemie groß“, sagt Daniel Nerlich, Managing Partner von Odgers Berndtson. „Wir gehen von zunehmenden Wechselaktivitäten in den nächsten Monaten aus“, so der Berater.

Maßnahmen zur Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung

Die Manager sehen aber auch positive Auswirkungen der Coronakrise.

Immerhin 45,3 Prozent der Studienteilnehmer erwarten, dass die Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit in ihren Unternehmen durch die Krise verstärkt werden.

„Auch wenn Umsatz und Gewinne bei den meisten Unternehmen unter Druck stehen und die Versuchung groß ist, die eigenen ESG-Vorsätze über Bord zu werfen, sehen viele Unternehmen erfreulicherweise nach wie vor die Chancen und Mehrwerte, die mit einer nachhaltigen Ausrichtung verbunden sind“, kommentiert Nerlich. „Welche Bedeutung das Thema Nachhaltigkeit in deutschen Unternehmen mittlerweile hat und wie dieses operativ umgesetzt wird, untersuchen wir gerade in einer aktuellen Studie, die wir Ende des Jahres veröffentlichen werden.“

Akzeptanz von Homeoffice-Regelungen steigt

Führen und Arbeiten aus dem Homeoffice heraus sind in den Unternehmen zu einer neuen „Normalität“ geworden. Neun von zehn Managern erwarten, dass die Akzeptanz von Homeoffice-Regelungen in den nächsten Monaten weiter deutlich zunehmen wird. So gehen sie davon aus, dass ihre Teams und auch sie selbst nach Beendigung der Krise etwa doppelt so häufig aus dem Homeoffice arbeiten werden wie vor der Krise - also durchschnittlich 1,5 Tage. Zudem rechnen die Führungskräfte mit einer stärkeren Nutzung von Videokonferenzen statt Geschäftsreisen (86,2 Prozent), mit einer größeren Dynamik bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten (78,9 Prozent) sowie einer Beschleunigung von Change- und Innovations-prozessen (68,4 Prozent).

Aktuell laufen die Befragungen zu unserem „Manager-Barometer 2020/21“. Mit jährlich rund 2.500 Teilnehmern ist das Manager-Barometer die größte Befragung unter den Top-Führungskräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn Sie Interesse an den Ergebnissen der Befragung haben, zögern Sie bitte nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen.